Bilderrätsel Lösung (Teil 1)

Vielen Dank für die vielen Einsendungen. Alle Antworten waren richtig, bis auf zwei: Nein, die Lampen sind wirklich so. Nein, der Ring gehört wirklich genau an den Finger.

Das Rätsel sollte der Aufhänger dafür sein, über eine Netzweite Störung des Göttinger Freifunknetzes zu berichten, die uns vom 18.11 bis 25.11. beschäftigt hat. Alle paar Stunden meldete unser Monitoring, dass auf den Supernodes Dienste ausgefallen seien, aber wenn man nachgeguckt hat waren die da. Wir entwickelten etliche Theorien, was los war. Überlastung der Server, rätselhafte UDP-Drops, suboptimale Konfiguration der DHCP Server, der neue Kernel ist kaputt. Und so weiter und so fort. Nichts davon liess sich beweisen. Und gleichzeitig hörten wir von Nutzern, dass es Probleme im Netz gab. Wir hören sonst fast nie etwas von Nutzern – da war also wahrscheinlich was dran.

Des Rätsels Lösung fand sich schliesslich am 7. Tag im Mesh-Netz, in der Global Translation Table. Es gab einen Node, der Adressen von Supernodes in seinem lokalen Netz meldete. Eine denkbare Erklärung für dieses Verhalten wäre die Verkabelung die auf unserem Rätselfoto zu sehen ist:

Zum Nachahmen nicht empfohlen. Das macht das ganze Netz kaputt

Das ist tatsächlich nichts weiter als ein Kabel von einem gelben Port von Router A zu einem gelben Port zu Router B. Zum Glück hatte der Freifunker dem die Router gehörten eine E-Mail Adresse hinterlegt, so dass wir ihn fragen konnten, ob er seit einer Woche so ein Kabel gesteckt hat. Hatte er – und nachdem er das entfernt hat, gab es auch keine Störungen mehr.

Immerhin sind wir nun um einige Stunden Mesh-Debuggen erfahrener, haben eine bessere DHCP Konfiguration als vorher, eine ordentliche Konfiguration der GRE Tunnel und Mac Adressen der Supernodes und einen Monitor der den Verkabelungsfehler erkennt und uns bescheid sagt, wenn sowas noch mal passiert

Um zu verstehen, was bei dieser Killer-Verkabelung passiert muss man tief in die Funktionsweise des Freifunknetzes hineinschauen.

Und das wollen wir jetzt mal machen:

Das Freifunk-Netz wird von zwei Sorten von Teilnehmern gebildet.

  1. Freifunk-Router
  2. Clients

Die Freifunk-Router sind für den Aufbau des Mesh-Netzes zuständig und heissen deshalb auch Nodes (Knoten in einem Maschen-Netz). Zur Zeit sind rund um die Uhr ca. 750 Nodes eingeschaltet.

Die Clients sind z.B. Smartphones, Notebooks, und sämtliche andere Geräte die vom Mesh-Netz nichts wissen, aber das Mesh-Netz nutzen um darüber ins Internet zu kommen. Zur Zeit sind abhängig nach Tageszeit 550 bis 2500 Clients im Netz.

750 Mesh-Nodes, 550-2500 Nicht-Mesh Nodes
Die vier Netzwerkschnittstellen eines Freifunk-Nodes

Unsere Freifunk-Router müssen also in der Lage sein, sowohl mit dem Mesh-Netz zu kommunizieren, als auch den Clients. Dazu haben sie vier Netzwerkschnittstellen:

Mesh Nicht-Mesh
Luft Ad-Hoc WLAN “mesh.ffgoe” WLAN “Freifunk
Kupfer VPN Mesh LAN “Freifunk”

Die Luftschnittstellen sind die Antennen. Das WLAN “Freifunk” ist bekannt. Weniger bekannt ist das Ad-Hoc WLAN “mesh.ffgoe”, über das die Nodes das Mesh-Netz bilden. Aber man kann es sehen, z.B. hier in der WLAN Suche eines Macs:

Das Ad-Hoc Mesh Netz “mesh.ffgoe”

Die Kupferschnittstellen befinden sich auf der Rückseite der Freifunk-Router, beim TP-Link 841 sind die LAN “Freifunk” Dosen Gelb und in die meisten Freifunker nutzen die Dosen nicht.
Die VPN Mesh Dose ist blau, sie muss ins Internet kommen um sich mit den VPN-Gateways und darüber dem Mesh-Netz zu verbinden.

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Wie funktioniert das in der Praxis

Wir haben ein Testnetz mit vier Nodes aufgebaut. Sie haben sich untereinander per Ad-Hoc WLAN Mesh vernetzt. Einer der Nodes hat eine Internetverbindung und verbindet unser kleines Mesh-Netz per VPN Tunnel mit dem grossen Göttinger Mesh-Netz.
Und es sind zwei Nicht-Mesh Smartphones per WLAN verbunden.

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Solche Mini-Mesh Netze gibt es tatsächlich. Zum Beispiel hier in Duderstadt. Und zufällig sind auch genau wie im Testnetz zwei Nicht-Mesh Clients verbunden (die blauen Punkte). Einer der vier Node – der gelbe – hat eine VPN Verbindung. Das zeigt der kleine Pfeil mit der 1 an.

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Fortsetzung folgt.

Finde den Fehler!

Heute gibt es ein Bilderrätsel.

Die Aufgabe: Finde alle Fehler im Bild und schreib sie in den Kommentar. Die Lösung gibt es in ein paar Tagen. Die Gewinner bekommen kostenlosen Zutritt zum wöchentlichen Freifunktreffen.

Hacker (m/w) hackt auf dem Freifunk Netz herum
Hacker (m/w) hackt auf dem Freifunk Netz herum

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Hoch hinaus – auf den Kirchturm in Rosdorf

Freifunk-Router mögen es bekanntlich luftig und hohe Gebäude üben auf viele Freifunker eine starke Anziehungskraft aus. Daher haben wir uns sehr gefreut, als wir das Angebot bekamen, auf dem Turm der Johanniskirche in Rosdorf Freifunkrouter aufstellen zu dürfen.
Seit heute Mittag ist dort in der „Laterne“ eine Testinstallation in Betrieb. Damit wurden die beiden größeren Meshnetze in Rosdorf zu einem großen verbunden, das jetzt aktuell 37 Router verbindet. Da es noch Optimierungsbedarf und Ideen für den weiteren Ausbau gibt, wird es dabei aber sicherlich nicht bleiben. Und schon jetzt ist es das größte Meshnetz im ganzen Freifunk Göttingen.

Wie Freifunk genutzt wird

Neulich auf unserem Anrufbeantworter:

Ja, Hallo <gelöscht> ist mein Name. Ich wohne in <gelöscht> und habe mal eine Frage zu Freifunk und so weiter. Und zwar habe ich bis vor einiger Zeit immer hier in <gelöscht> Freifunk empfangen und seit ein paar Tagen ist absolut tote Hose. Gibt’s da irgendeinen Grund, oder war das nur ein Feldversuch, oder wie auch immer? Ich bin kein Computerexperte, ich hab das für mein Tablet halt genutzt.
Vielleicht kann mich ja mal jemand zurückrufen… Vielen Dank für die Mühe im Voraus. Dankeschön!

Solche Anrufe haben wir öfters. Leute freuen sich, dass sie einfach so ins Internet kommen, wissen aber gar nicht was Freifunk ist und wenn es dann wieder weg ist fängt man an zu recherchieren und landet evtl. auf unserer Webseite und findet dort unsere Telefonnummer.

Wir beantworten Telefonanrufe ziemlich ungerne, weil sie grossen Aufwand bedeuten. Aber wir antworten gerne per Mail oder heute auch mal im Blog.

Wahrscheinlich hat ein freundlicher Nachbar warum auch immer seinen Freifunkrouter wieder abgeschaltet. Vielleicht ist es ihm noch gar nicht aufgefallen. Wo der ausgefallene Router stand kann man oft auf der Freifunkkarte sehen. Aber nicht immer, tragen Nachbarn ihren Router auch auf der Karte ein. Freifunk ist ein Selber-Machen-Netz, jeder kann einen Router aufstellen und seinen Internetanschluss teilen, aber natürlich hören Leute auch wieder damit auf. z.B. weil sie wegziehen.

Da kann die Göttinger Freifunkinitiative wenig machen. Wir stellen nur die Infrastruktur bereit (nur mit ganz wenigen Ausnahmen stellen wir auch Access Points auf, z.B. in Flüchtlingsunterkünften), aber die hunderte von Zugangspunkten in der ganzen Stadt kommen von Anwohnern, die wir meistens überhaupt nicht persönlich kennen.

Die Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft und Nachbarschaftshilfe die die Göttinger hier zeigen finden wir absolut überwältigend. Niemand hätte am Anfang gedacht, dass dieses Freifunk Netz solche Ausmaße annehmen würde.

Im Göttinger Freifunknetz werden nach 1,5 Jahren Wachstum so ungeheure Datenmengen bewegt, dass wir vor allem damit beschäftigt sind, die glühenden Supernodes am laufen zu halten und das damit verbundene Datenvolumen zu finanzieren.

Neue Firmare

Göttingen. Während England über den Austritt aus der EU abstimmt, spielen sich die wirklich staatstragenden Ereignisse mal wieder im Göttinger Freifunknetz ab. Wir entlassen heute eine neue Firmware in die Freiheit.

Kurzfassung

Ab heute gibt es eine neue Firmware, sie wird im Laufe der nächsten zwei Wochen automatisch auf allen Routern installiert. Wir haben nun Support für den TP-Link 841v11. Und eine geile neue Router Statusseite, die man unter http://10.109.0.1 anschauen kann (wenn man im Freifunk ist).

Langfassung

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Offener Brief zur Abschaffung der WLAN-Störerhaftung

Sehr geehrte netzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktionen,
sehr geehrte Mitglieder des Bundestags,

wir, die Göttinger Freifunk-Initiative, haben die Bemühungen der Bundesregierung, das Telemediengesetz so zu novellieren, dass das Öffnen privater Netzzugänge nicht mehr durch die Störerhaftung bedroht wird, enthusiastisch aber kritisch begleitet. Continue reading Offener Brief zur Abschaffung der WLAN-Störerhaftung

Das Ende der Störerhaftung?

Gestern erreichte uns die Meldung, die Regierungskoalition habe sich darauf geeinigt, die Störerhaftung für offene WLANs endlich zu beseitigen. Was heißt das, und was bedeutet das für Freifunk?

Die Störerhaftung

Störerhaftung bedeutet hier, dass der Inhaber eines Internetanschlusses abgemahnt werden kann, falls Andere, denen er Zugang zum Netz verschafft hat, beispielsweise Urheberrechtsverletzungen begehen. Dahinter steht die Vorstellung, dass Zugang zum Internet grundsätzlich statt einer Chance zur Kommunikation als Risiko einer Rechtsverletzung zu bewerten wäre. Diese Rechtsauffassung Deutscher Gerichte ist weltweit einzigartig und hat dafür gesorgt, dass es in Deutschland ein Haftungsrisiko ist, als Privatperson ohne Absicherung, wie sie Freifunk bietet, ein offenes WLAN zu betreiben.
Die Folge war traurig für die Entwicklung eines solidarischen digitalen Gemeinwesens: die Anzahl offener WLANs blieb weit hinter denen anderer Industrienationen zurück. Ende 2014 gab es beispielsweise in Südkorea 20 mal so viele offene WLANs pro Einwohner wie in Deutschland, in Grossbritannien 15 mal so viele.

Das Providerprivileg

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Unser neues Hauptquartier

Dieses Wochenende ziehen wir um! In die neuen Räume des Chaos Computer Clubs Göttingen in der Von-Bar-Strasse 2-4.

Das Gebäude ist vielen noch als ESG (Evangelische Studierende und Hochschulgemeinde) bekannt. Heute ziert das Dach des Hauses ein grosser MLP Schriftzug. Wir vermuten, das steht für My Little Pony.

Pangalaktisches Freifunk Hauptquarter
Pangalaktisches Freifunk Hauptquarter

Freifunk ist schon drin. Wir folgen in Kürze:

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